Kurze Antworten auf großen Fragen

Sie treffen eine Frau auf einer Party und schätzen sie auf 35 Jahre. Später erfahren Sie, dass sie 15 Jahre älter ist. Erstaunlich, nicht wahr?
Oder Sie treffen einen ehemaligen Klassenkameraden und erkennen ihn kaum wieder, weil er so stark gealtert ist. Das wirkt befremdlich...
Ja, das Altern hat etwas Beunruhigendes – insbesondere, wenn Menschen in das sogenannte „mittlere Alter“ übergehen.
Während wir Babys und junge Teenager in der Regel als solche erkennen, wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger, das Alter in der eigenen Kohorte richtig einzuschätzen. Warum ist das „Ausweisalter“ also so unzuverlässig?
Könnte es sein, dass Menschen unterschiedlich schnell und/oderauf unterschiedliche Weise altern?
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Zwar gibt es noch keine endgültige und einvernehmliche Definition des Alterns, doch sind sich die meisten Fachleute einig, dass es sich um einen komplexen Prozess handelt, der von verschiedenen Faktoren gesteuert wird – von denen viele noch entdeckt werden müssen. Allerdings kann man zwischen zwei zentralen, miteinander verflochtenen Mechanismen grob unterscheiden. Einerseits scheint der Körper im Laufe eines Lebensauf verschiedenen biologischen Ebenen Schäden zu erleiden. Und irgendwann können diese Schäden nicht mehr repariert werden.
Andererseits scheint das Altern von übergeordneten Rhythmen bestimmt zu werden und durch eine (bislang) unüberwindbare Grenze des menschlichen Lebens eindeutig gekappt zu sein. Tatsächlich postuliert die sogenannte Hayflick-Grenze eine klare Begrenzung der möglichen Zellteilungen – was möglicherweise auf eine Form der programmierten Sterblichkeit hindeutet.
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Klingt nach einer einfachen Frage, oder?
Tatsächlich kann der Blick in den Spiegel in Ihren Vierzigern bereits einige Hinweise liefern: hier eine Falte, dort eine Wölbung … Von schlaffer Haut bis zu dünner werdendem oder ergrautem Haar gibt es viele äußere Anzeichen, die auf das Altern deuten.
Aber wenn Sie langsam in die Fünfziger oder Sechziger kommen, nehmen Sie vielleicht auch innere Signale wahr: Steife Knie, hoher Blutdruck oder stechende Rückenschmerzen lassen Sie unmissverständlich wissen, dass Sie Ihren physiologischen Höhepunkt überschritten haben.
Und in Ihren Siebzigern oder Achtzigern werden Sie vielleicht langsam vergesslich … Ein höchst unwillkommenes kognitives Altersanzeichen!Leider gibt es weit mehr zum Thema Altern als das, was man auf den ersten Blick sieht oder was die persönliche Funktionsfähigkeit oder Wahrnehmung betrifft. Tatsächlich sind die oben genannten Anzeichen und Beschwerden das, was man als „Makrosymptome des Alterns“ bezeichnen könnte.
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In den vergangenen zehn Jahren waren es Molekularbiologen, die die größten Fortschritte bei der Entschlüsselung der zugrundeliegenden Mikromechanismen des Alterns erzielt haben. Die Autoren eines wegweisenden Beitrags (López-Otín et al., 2013) hoben 9 sogenannte „Merkmale des Alterns“ hervor. Ein Jahrzehnt später wurden diese jedoch auf 12 aktualisiert (López-Otín et al., 2023), um neuen Forschungsergebnissen Rechnung zu tragen. Den Autoren zufolge ist der gemeinsame Nenner dieser tiefgreifenden Veränderungen:
1. ihre altersbedingte Erscheinung,
2. die Beschleunigung des Alterns durch experimentellen Druck,
3. die Möglichkeit, das Altern durch therapeutische Eingriffe zu verlangsamen, zu stoppen oder umzukehren.
Obwohl diese Kennzeichen gleichzeitig auftreten können und dies in der Regel auch tun, entwickeln sie sich in der Regel sequenziell und von Mikro- zu Makroschäden, genauer gesagt zu systemischen Schäden. Die primären Merkmale befinden sich auf molekularer Ebene und scheinen die ursprünglichen Schäden zu verursachen. Wenn der Körper auf diese Schäden reagiert, entstehen die antagonistischen Kennzeichen. Schließlich sind die integrativen Merkmale Anzeichendafür, dass der Körper zunehmend (und systemisch) überfordert ist.
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PRIMÄRE MERKMALE (Ursachen der Schädigung)
1. Genomische Instabilität (vermehrte fehlerverursachende Veränderungen, Mutationen und Umlagerungen in der DNA)
2. Verschleiß der Telomere (Schrumpfung der schützenden Chromosomenkappen)
3. Epigenetische Veränderungen (Veränderungen in den biochemischen Schaltern um die DNA)
4. Verlust der Proteostase (Veränderungen im Proteinmanagement des Körpers, insbesondere in der Faltung)
5. Beeinträchtigte Autophagie (Fehlfunktion des zellulären Abfallentsorgungssystems)
ANTAGONISTISCHE MERKMALE (Reaktionen auf Schäden)
6. Gestörte Wahrnehmung von Nährstoffen (der Körper kann Nährstoffe nicht mehr richtig erkennen und auf sie angemessen reagieren)
7. Mitochondriale Fehlfunktion (die „Energiefabriken“ der Zellen sind weniger produktiv und erzeugen mehr Abfall)
8. Zelluläre Seneszenz (Zellen hören auf, sich zuteilen, sterben aber nicht ab und verursachen Entzündungen)
INTEGRATIVE MERKMALE (Auswirkungen von unkontrollierbaren Schäden)
9. Erschöpfung der Stammzellen (wenn sich diese Schlüsselzellen nicht mehr regenerieren, lassen sich Gewebe und Organe nicht mehr richtig „reparieren“)
10. Veränderung der interzellulären Kommunikation (zelluläre Signalwege verändern sich, was zu Anomalien führt)
11. Chronische Entzündung oder sogenanntes „Inflammaging“ (chronische, systemische Entzündungen auf niedrigem Niveau)
12. Dysbiose oder gestörte Darmflora (Ungleichgewicht in den Mikroorganismen-Gemeinschaften im Darm)

Ihr Körper ist keine Maschine, sondern hat seinen eigenen Rhythmus. Kinder sind ein gutes Beispiel dafür: Ihre Entwicklung wechselt zwischen Phasen des intensiven Wachstums und Phasen der ruhigeren Assimilation.
Ebenso wird das Altern nicht durch konstante, lineare Veränderungen bestimmt. Es ist über die gesamte Lebensspanne hinweg grundsätzlich dynamisch. Es unterliegt Phasen der Beschleunigung, der Stabilisierung und manchmal sogar der Verlangsamung.
Während einige Alterungsprozesse stetiger erscheinen, wie die Telomerverkürzung oder die Erschöpfung der Stammzellen, ist dies bei anderen nicht der Fall. Tatsächlich gibt es neue Hinweise darauf, dass sogenannte „Nichtlinearitäten“ eher die Regel als die Ausnahme sind. Die epigenetische Forschung hat bereits gezeigt, dass einzelne Organe unterschiedlich schnell altern, aber neue epigenetische bzw. metabolomische Erkenntnisse deuten auch auf Formen des „saisonalen“ Alterns hin. So konnte etwa eine kleine aktuelle Studie in Nature Aging (Shen et al., 2024) zwei wichtige Wendepunkte im menschlichen Alterungsprozess identifizieren, die durch deutliche Beschleunigungen im Alter von 44 und 60 Jahren gekennzeichnet sind. Der Übergang im Alter von 44 Jahren war durch Veränderungen der Herz-Kreislauf-Funktion und des Fett- und Alkoholstoffwechsels gekennzeichnet, während Abwandlungen in der Immunregulation, im Kohlenhydratstoffwechsel und in der Nierenfunktion typisch für den 60-Jahre-Meilenstein waren.
Interessanterweise stellten die Forscher fest, dass die meisten untersuchten Moleküle (81,0 %) nichtlineare Muster aufwiesen. Dies scheint darauf hinzudeuten, dass konvergierende Wellen anstatt eines langsamen und regelmäßigen Wandels das Voranschreiten des Alterns kennzeichnen.
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Über diese Frage wird nach wie vor heftig debattiert … und vielleicht wird sie nie endgültig geklärt werden – weil es sich eher um eine Frage der Perspektive oder der Politik handelt!
Bis vor Kurzem wurde Altern eindeutig als natürlicher Prozess wahrgenommen, der vielleicht leicht verzögert werden konnte, aber letztlich unvermeidlich war. Es wurde auch als Tor zur Krankheit angesehen: Ein geschwächter, geschädigter Körper galt als anfälliger für die Entwicklung von Alterskrankheiten wie Herzleiden, Typ-2-Diabetes oder Demenz.
Das Konzept der Merkmale des Alterns weist jedoch darauf hin, dass viele dieser Prozesse verlangsamt und sogar umgekehrt werden können. Tatsächlich ist es eine der größten Herausforderungen der Molekularbiologie, neue therapeutische Maßnahmen zur Behandlung des Alterns zu entdecken oder existierende neu auszurichten.
Aus Sicht des Gesundheitswesens könnte die Behandlung des Alterns (im frühen Stadium) als „Makroerkrankung“ dazubeitragen, die persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Belastungen durch die damit verbundenen Krankheiten zu verringern.
Ein Ansatz, der zur Perspektivenversöhnung zwischen Forschung, Gesundheitswesen und Politik beitragen könnte, ist daher die Verlängerung der „Gesundheitsspanne“ [healthspan] anstatt nur der Lebensspanne. Die Idee dabei ist, dass unabhängig davon, ob das Altern selbst unvermeidlich oder eine überwindbare Krankheit ist, Public Health Bemühungen sich darauf konzentrieren sollten, dem Alter präventiv zu begegnen – sei es durch medizinische oder lebensstilorientierte Strategien.
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Wenn Krankheiten verhindert oder gemildert werden können, dann vielleicht auch das Altern? Tatsächlich zeigen präventive und funktionelle Medizin regelmäßig, dass Gesundheit kein statisches, einseitiges Phänomen ist. Obwohl sie dazu neigt, sich mit dem Alter oder unter bestimmten Umständen zu verschlechtern, kann sie auch durch eine Reihe von Maßnahmen messbar verbessert werden.
Zunächst müssen wir jedoch eruieren, was die Gesundheit und die biologische Alterung beeinflusst. Während lange Zeit angenommen wurde, dass die Genetik, d. h. die vererbte Veranlagung für bestimmte Schwächen und Krankheiten,das Potenzial für ein (gesundes) hohes Alter bestimmt, wissen wir heutzutage, dass sie nur zu etwa 20 % dafür verantwortlich ist.
Vielbedeutender ist der Einfluss des Lebensstils, sprich was und wie viel Sie essen, sich bewegen und schlafen, wie Sie mit Stress umgehen und, nicht zuletzt, wie Sie das Leben genießen!
Aber auch Ihre Umgebung – im weitesten Sinne – ist entscheidend, selbst wenn es immer noch schwierig ist, ihren genauen Einfluss zu identifizieren und zu quantifizieren. Aktuelle Studien weisen auf die konkreten Auswirkungen von z. B. Armut, Diskriminierung und (generationsübergreifenden) Traumata auf die biologische Alterung hin. Es muss jedoch mehr Forschung betrieben werden, die sich auf die ganzheitlichen Auswirkungen von geophysikalischen, biochemischen, politischen, historischen, infrastrukturellen, wirtschaftlichen, sozialen und psychologischen Faktoren auf die Gesundheit und das Altern konzentriert.
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Ja, das können Sie! Und Sie tun dies aktiv, aber oft unbewusst, durch all Ihre Lebensentscheidungen.
Sie können also vielleicht nicht Ihre Gene kontrollieren oder Ihre Umgebung vollständig beherrschen, aber da Ihre DNA nicht Ihr Schicksal ist, bleibt Ihnen ein großer Vorteil: die Gestaltung Ihres Lebensstils. Und dies ist ein riesiger Bereich, den Sie frei optimieren können – auch ohne große Ressourcen.
Unzählige Studien sowie die anekdotischen Experimente unserer Kundschaft zeigen, dass selbst relativ bescheidene positive Veränderungen, wie z. B. der Verzicht auf Junkfood und mehr Bewegung im Alltag, bereits einen erheblichen Einfluss auf Ihre Lebensdauer und Ihre Gesundheitsspanne haben können.
Es lohnt sich zwar, Ihre Lebensgewohnheiten umfassend zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern, aber die Erfahrung zeigt, dass kleine, konsequente Schritte in der Regel nachhaltiger sind als radikale Umstellungen.
Wenn Sie nämlich die positiven Auswirkungen Ihrer ersten Veränderungen spüren, wird Sie das ermutigen, weitere Aspekte anzugehen. Bevor Sie jedoch in Versuchung geraten, jeden Aspekt Ihres Lebensstils zu mikromanagen, denken Sie daran, tief durchzuatmen und gelegentlich Ausnahmen zu machen. Jeder Achtzigjährige (und darüber hinaus) wird Ihnen bestätigen, wie wohltuend es sein kann, eine köstliche Ausnahme zu genießen!
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Was ist also der beste, schnellste und einfachste Weg, um Ihr biologisches Alter zu beeinflussen?
Seien Sie ehrlich: Waren Sie noch nie versucht, auf die Anzeige zu klicken, die Sie mit Haarwachstum, Gewichtsverlust, Faltenglättung, Schmerzlinderung oder – noch besser – mit einem magischen Verjüngungsmittel angelockt hat?
Es tut uns leid, Sie enttäuschen zu müssen, aber der Jungbrunnen ist leer...
Selbst wenn eine 1-Pille-Formel für Langlebigkeit entdeckt werden sollte, ist es wahrscheinlich, dass sie nicht bei jedem wirken würde. Warum? Weil unsere Biologien einzigartig sind.
Stattdessen ist ein gesundes Longevity-Management der richtige Weg, aber es ist ein komplexes Puzzle – ohne Schnelllösungen. Seine Teile sind täuschend einfach, aber sie müssen gelebt und individuell angepasst werden. Und diese Puzzleteile sind alles andere als neu oder geheim – Ihre Urgroßmutter wusstebestimmt schon davon!
Tatsächlich sind die vier grundlegenden Säulen der Langlebigkeit, die wir alle achten müssen, angemessene Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressbewältigung. Zwei weitere, Nahrungsergänzungsmittel und Therapien, können als optional, bedarfsabhängig und oft vorübergehend betrachtet werden. Ist es aber möglich, diese Säulen etwas klarer zu definieren? Das glauben wir! Sehen Sie sich unseren Versuch an, eine allgemeine Longevity-Formel zu destillieren – ohne die Notwendigkeit persönlicher oder kultureller Anpassungen zu leugnen.
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ERNÄHRUNG
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mitvielen frischen, natürlichen und weitgehend unverarbeiteten Lebensmitteln, die reich an Eiweiß, gesunden Fetten und Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Mikronährstoffen sind. Nehmen Sie auch natürlich fermentierte Lebensmittel zu sich und vermeiden Sie Alkohol, Zucker, Öle und Mehle, die industriell verarbeitet sind, sowie alle Arten von Zusatzstoffen. Bislang ist die sogenannte mediterrane Ernährung (und lokale Varianten davon) am besten untersucht und scheint diesen Kriterien am ehesten zu entsprechen. Aber es gibt überall gesunde und langlebige Menschen, die sich sehr unterschiedlich ernähren. Daher werden derzeit Studien durchgeführt, die möglicherweise neue Erkenntnisse liefern werden …
BEWEGUNG
„Sitzen ist das neue Rauchen“, wie es heute heißt! Tatsächlich ist Ihr Körper dafür geschaffen, sich zu bewegen. Also bewegen Sie sich jeden Tag und mehrmals pro Tag. Variieren Sie Intensität, Belastung und sogar Temperatur (denken Sie an Kaltwasser-Schwimmen oder Sauna-Einheiten), aber richten Sie sich dabei nach Ihrem Alter sowie Ihrem Gesundheits- und Fitnesszustand, um Verletzungen zu vermeiden. Fragen Sie Ihren Arzt und wenden Sie sich an einen Fitnessexperten, wenn Sie sich unsicher sind, welche Routinen oder Methoden für Sie geeignet sein könnten. Probieren Sie neue Dinge aus und sorgen Sie für Spaß, um Ihre Motivation und Ausdauer zu steigern – egal, ob Sie allein oder mit einer Gruppe trainieren.
SCHLAF
Bestimmen Sie Ihren zirkadianen Rhythmus und versuchen Sie, Ihren Tagesablauf dann entsprechend zu gestalten. Achten Sie darauf, dass Sie zu Beginn Ihres Tages so viel Sonne/Tageslicht wie möglich/angemessen bekommen, aber vermeiden Sie (vor allem künstliches) Licht vor dem Schlafengehen. Wenn Sie tagsüber gerne ein Nickerchen machen, planen Sie es sorgfältig, um Ihre Nachtruhe nicht zu gefährden. Versuchen Sie, sich mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen wirklich zu entspannen. Und gehen Sie zu einer regelmäßigen Zeit in einem kühlen und dunklen Raum zu Bett. Suchen Sie aber ärztliche Hilfe auf, wenn Sie Schlaflosigkeit nicht selbst überwinden können.
STRESSBEWÄLTIGUNG
Stress in der (post-)industriellen Welt ist fast unvermeidlich, da technikgetriebene Rhythmen selten mit der menschlichen Biologie oder mit unseren emotionalen Bedürfnissen im Einklang stehen. Die Vereinbarkeit von Arbeit, Pendelzeit, Hausarbeit und (vielleicht) Familie stellt für die meisten von uns eine große Überforderung dar. Daher sollten Pausen, Erholung in der Natur, Spaß mit Freunden und Familie, kreative Aktivitäten und Zeit für Achtsamkeitsübungen bewusst eingeplant werden, um sowohlgeistige als auch körperliche Gesundheit zu fördern.
NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL
Unsere Körper sind nicht alle gleich, wir stammen aus unterschiedlichen Regionen und leben an unterschiedlichen Orten, und unsere Gesundheitsgeschichte ist individuell. Das bedeutet, dass wir (gelegentlich) eine zusätzliche physiologische oder metabolische Unterstützung in Form von Nahrungsergänzungsmitteln benötigen, wenn unser Körper sie verlangt oder wenn unsere Umgebung nicht ausreichend unterstützend ist. Während beispielsweise Jod- oder Vitamin-D3-Präparate in einigen Teilen der Welt eine Selbstverständlichkeit sind, lohnt es sich in der Regel, vor der Einnahme neuer Präparate durch Tests herauszufinden, was unsere individuellen Bedürfnisse sind.
THERAPEUTISCHE UNTERSTÜTZUNG
Genauso wie unsere Gesundheitsgeschichte sehr persönlich ist, ist auch unsere emotionale Biografie individuell. Leider können beide einen erheblichen Einfluss auf unsere Lebenserwartung haben. Und oft braucht es mehr als eine Pille, um existenzielle Herausforderungen wie Unfälle, Krankheiten oder Traumata zu überwinden. Daher können zusätzliche Therapien – ob körperliche, psychologische oder ganzheitliche – für eine gewisse Zeit der richtige Weg sein. Pauschale Empfehlungen wären hier fehl am Platz, daher sollten Sie sich von Spezialisten erst beraten lassen.

Veränderungen vorzunehmen ist gut, aber man muss im Auge behalten, was wirklich funktioniert!
Ob Sie nun Auto fahren oder einen Hubschrauber steuern, benötigen Sie Echtzeit-Rückmeldungen über das „Innenleben“ Ihrer Maschine, um sicherzustellen, dass Sie unversehrt ankommen.
Aber wie sieht es denn mit dem menschlichen Körper aus – wohl einem der komplexesten Vehikel, die jemals diesen Planeten besiedelt haben?
Bis vor Kurzem gab es weder Fenster noch Anzeigen, um die inneren Mechanismen unserer sich ständig weiterentwickelnden und selbstregulierenden Biologie zu überwachen. Abgesehen von den oft unklaren Hinweisen, die durch unsere Sinne gefiltert werden, mussten sich die meisten von uns auf medizinische Untersuchungen, Bildgebungstechnologien und Labortests verlassen, um sich ein Gesamtbild unserer Gesundheitzu verschaffen.
Heutzutage stehen wir jedoch vor einer Flut von Methoden und Biomarkern, mit denen wir unsere Gesundheit messen oder unser biologisches Alter bestimmen lassen können.
Das Problem dabei ist jedoch, dass sie Ihnen in der Regel nur einen kleinen oder unvollständigen Einblick in unsere allgemeine Gesundheit oder Lebenserwartung bieten. Als echte Longevity-Fans könnten wir daher versucht sein, mithilfe von Wearables und/oder unzähligen Tests so viele Variablen wie möglich zu überwachen. Aber selbst als Gesundheitsexperte, kann es uns oft schwerfallen, sich ein Gesamtbild zu verschaffen.
Hier können die Epigenetik und die Bestimmung des biologischen Alters Abhilfe schaffen.
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Beginnen wir mit dem deprimierenden Teil: Sie können praktisch nichts an den Genen ändern, die Sie von Ihren Eltern geerbt haben. Diese haben sich nämlich langsam über Jahrhunderte entwickelt. Diese bestimmen einen Großteil Ihrer körperlichen Ausstattung, wie Ihre Gesichtsform, Ihre Augenfarbe, Ihre X-Beine oder Ihre Plattfüße … Sie umreißen auch potenzielle „Problemzonen“, wie eine erhöhte Glukose-Empfindlichkeit oder eine Alzheimer-Veranlagung.
Aber jetzt kommt die gute Nachricht: Viele Ihrer Gene liegen sozusagen brach und werden dies wahrscheinlich auch weiterhin tun, es sei denn … Ihre Umgebung und/oder Ihr Lebensstil wecken sie durch aktive Programmierung.
Wie geschieht das? Durch Epigenetik. Die Epigenetik ist die Software oder das System von biochemischen Schaltern um Ihre DNA herum, die Gene ausdrückt oder stilllegt – z. B. durch Methylierung, Histonmodifikation oder Mikro-RNAs.
Wenn Sie also Maßnahmen ergreifen, um Ihren Lebensstil zu verbessern und/oder Ihre Umstände und Ihre Umgebung zu verändern, programmieren Sie Ihre Epigenetik aktiv mit, indem gesundheitsfördernde Gene aktiviert und potenziell schädliche Gene deaktiviert werden. In dieser Hinsicht sind Sie ähnlich wie ein Gamer: Sie können zwar nicht die grundlegenden Parameter des Videospiels, das Sie gerade spielen, auswählen, aber Sie können auf jeden Fall entscheiden, wie Sie es spielen!
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Der epiAge-Test ist ein epigenetischer Test (odereine sogenannte Uhr), mit dem Sie Ihr biologisches Alter überwachen können.
Dabei wird nicht Ihre DNA (Hardware), sonderneines der biochemischen Schaltsysteme (Software) rund um Ihre DNA – in unserem Fall die Methylierung – analysiert.
Im Gegensatz zu anderen Tests (wie der Horvath-Uhr und ihren Ablegern), die Hunderte von sogenannten CpG-Inseln (spezifische Regionen um Ihre DNA herum) berücksichtigen, konzentriert sich unser Test auf nur 13 CpGs, die stark mit dem chronologischen Alter korrelieren. Triple-Sequenzierung mit NGS (Next Generation Sequencing) wird anstelle von BeadChip-Arrays verwendet. Das bedeutet, dass mit jeder Speichelprobe drei unabhängige Tests durchgeführt werden, bei denen bis zu 20.000 Zellen analysiert werden. Die Durchschnittswerte, die durch diese schlanke und dennoch intensive Testung gewonnen werden, werden dann mittels eines komplexen Algorithmus verarbeitet, um Ihr biologisches Alter zu ermitteln.
Dieses optimierte Design bedeutet, dass epiAge robustere und zuverlässigere Altersschätzungen liefert als Array-basierte Methoden (die oft mit technischem Lärm kämpfen), insbesondere wenn es um die Replikation geht.
Für Sie bedeutet dies, dass epiAge die ultimativ zuverlässige und unkomplizierte Option ist, um die Entwicklung Ihres biologischen Alters zu überwachen.
Abbildung: epiAge

Wenn Sie Ihr epiAge-Testergebnis erhalten, benötigen Sie erstmal weder künstliche Intelligenz noch spezialisierte Ärzte, um eine lange Liste an komplexen Parametern zu interpretieren. Es ist unser Ziel bei epiAge, das Ergebnis klar und einfach für alle Nutzer zu halten: sprich, lediglich eine Zahl – Ihr biologisches Alter.
Damit erhalten Sie eine knappe Momentaufnahme des Gesundheitszustands Ihres Körpers oder, genauer gesagt, wie er gealtert ist im Vergleich zu Menschen in Ihrer chronologischen Altersgruppe.
Natürlich werden innerhalb Ihrer Kohorte einige schneller altern als andere. Deshalb wird Ihr biologisches Alter als innerhalb der Norm liegend betrachtet, wenn es ± 5 Jahre von Ihrem chronologischen Alter abweicht.
Die technische Genauigkeit Ihres Tests bezieht sich dann auf den dreifachen Sequenzierungsprozess: Um die analytische Konsistenz sicherzustellen, führen wir drei separate Tests an Ihrer Speichelprobe durch. Eine technische Genauigkeit von fast 100 % bedeutet, dass die Ergebnisse der einzelnen Testzyklen gut übereinstimmen.
Abbildung: epiAge

Sie haben also gerade herausgefunden, dass Ihr biologisches Alter 10 Jahre jünger ist als Ihr chronologisches Alter? Herzlichen Glückwunsch! Es kann natürlich sein, dass Sie mit „guten Genen“ gesegnet wurden. Aber noch wahrscheinlicher ist es, dass Sie allgemein gesund sind und, dass sowohl Ihre Umgebung als auch Ihr Lebensstil Longevity-förderlich sind. Warum also nicht diesen willkommenen Anreiz nutzen, um noch ein paar Jahrezu verlieren?
Autsch: Ist Ihr biologisches Alter 10 Jahre höher als Ihr chronologisches Alter? Nun, das ist kein Weltuntergang, aber es könnte ein dringend benötigter Weckruf sein, um Ihren Lebensstil zu überdenken. Verstehen Sie unter Ernährung eher Junkfood als frische Vollwertkost? Beschränkt sich Ihr tägliches Bewegungsbudget auf den Radius zwischen Kaffeemaschine, Laptop und Couch? Sind 5 Stunden unruhiger Schlaf für Sie die Norm? Lässt Stress seit Monaten gar Jahren nie nach?
Jetzt ist es an der Zeit, diesen Aufwacheffekt zunutzen, um dringend notwendige Veränderungen herbeizuführen – aber nicht über Nacht und nicht alles auf einmal.
Setzen Sie sich zunächst 2–3 realistische Ziele und halten Sie sich daran. Verzichten Sie beispielsweise auf den Aufzug oder tauschen Sie Ihr Auto gegen ein Fahrrad ein. Essen Sie mindestens viermal pro Woche eine gesunde Mahlzeit. Und lesen Sie vor dem Schlafengehen um 23 Uhr ein beruhigendes Buch, anstatt bis 2 Uhr morgens durch die sozialen Medien zu scrollen. Die dadurch gewonnene Energie und Konzentration werden Sie dann ermutigen, andere schlechte Gewohnheiten anzugehen!
Abbildung: RapidEye / Getty images / canva & Khosro / canva

Sie stehen gerade unter Schock: Sie sind 18 Jahre älter (oder jünger) als Ihr chronologisches Alter. Wie kann das sein…?
Vielleicht wurde Ihre Probe vertauscht,oder Sie haben Krebs im Endstadium? Oder ist es der Test, der einfach Schrott ist?
Nein. Jetzt ist es an der Zeit, tief durchzuatmen. Diese Art von Diskrepanz ist glücklicherweise nicht die Norm, aber sie kommt bei epiAge gelegentlich vor.
Unsere „üblichen Verdächtigen“ sind schwere Virusinfektionen wie (asymptomatisches) Covid-19 oder Influenza. Diese können systemische Entzündungen auslösen, die der Körper nur schwer eindämmen kann. Und dies kann sich dann in einer (massiven) Beschleunigung des biologischen Alters äußern – in seltenen Fällen aber auch in einer Verlangsamung.
Wenn Sie tatsächlich krank waren oder dies für möglich halten, empfehlen wir Ihnen, 2–3 Monate abzuwarten, bevor Sie den Test erneut durchführen. In der Regel wird sich Ihr Alter bis dahin wieder auf den Ausgangswert zurückentwickelt haben.
Wenn Sie jedoch diese Art von Erkrankung ausschließen können, ist es an der Zeit, Ihre/n Hausarzt/-ärztin oder eine/n Longevity-Spezialisten/Spezialistin zu konsultieren. Er oder sie kann Ihnen weitere Tests empfehlen, um Ihren allgemeinen Gesundheitszustand zu beurteilen, und Ihnen dabei helfen, Ihren Lebensstil oder Ihr Umfeld auf mögliche Störfaktoren zu überprüfen.
Und wenn Sie nicht wissen, an wen Sie sich wenden sollen, stehen Ihnen die Fachärzte und Langlebigkeitskliniken aus unserem internationalen Netzwerk gerne zur Seite!
Abbildung: Parveender Lamba / pixabay